Sonnensegel Hofeinfahrt
Übersicht
Rechteckiges Sonnensegel als temporäre Beschattung der Hofeinfahrt – primär für Feiern, wenn das 2 m Garagenvordach nicht ausreicht und der Hof zu heiß wird. Bei Sturmankündigung oder anhaltendem Schlechtwetter wird das Segel abgenommen.
Segel & Hardware
Aktuelle Wahl: AXT HDPE luftdurchlässig
| Tuchgröße (D-Ring zu D-Ring) | 5,0 × 6,0 m (Rechteck) |
|---|---|
| Material | HDPE 185 g/m² (luftdurchlässig) |
| UV-Schutz | 95% (UPF 50+) |
| Regenschutz | nein, Wasser läuft durch |
| Saum | Hochleistungsgurtband, 316 Edelstahl D-Ringe |
| Farbe | Sand |
| Vorteile | Top Hitzeschutz, geringe Windlast, robust |
| Wechsel-Option | Hardware passt auch für PES wasserdicht |
Sollbruchstellen-Logik (eigene Überlegung)
Bewusst mit M10-Spannset dimensioniert, nicht übertrieben groß gewählt. Falls bei Sturm das Segel nicht rechtzeitig abgenommen wird, ist das Tuch das schwächste Glied in der Kette — das heißt: im Extremfall reißt das Tuch (ersetzbar) statt dass Fassade oder Mast Schaden nehmen. Das ist keine offizielle Herstelleraussage, sondern eine pragmatische Überlegung zur Dimensionierung.
Sonnenstand-Simulator
Interaktive Berechnung für Steinenbronn (48,73° N, 9,02° O). Die Hausausrichtung ist berücksichtigt: Garage liegt im Nord-Nord-Ost (57° West-Drehung gegenüber "Bild oben", gemessen in Google Earth), Hausfassade zeigt nach Ost-Süd-Ost, Mast liegt im West-Süd-West. Schiebe Monat und Uhrzeit, um zu sehen wann das Sonnensegel wirklich Schatten spendet.
Hinweis: Die Uhrzeit wird ganzjährig als MESZ (UTC+2) gerechnet. Im Winter (MEZ = UTC+1) wäre die Sonnenposition um eine Stunde verschoben darzustellen. Für die Sonnensegel-Planung im Sommer irrelevant.
Was die Animation zeigt
- Die gelbe Sonnenkugel wandert über die Himmelshalbkugel basierend auf Datum und Uhrzeit für 48,73° N
- Der beige Schattenwurf ist die geometrische Projektion des 6×5 m Segels auf den Hofboden
- Der graue Vordachschatten zeigt den Beitrag des bestehenden 50 cm Garagenvordachs
- Die Hofumrisse sind im richtigen Maßstab und Kompass-orientiert (Norden oben-links)
Geometrie & Höhen
| Punkt | Position | Höhe (Öse) | Rolle |
|---|---|---|---|
| P1 | Garagenvordach Ost · von unten an Vordach-Decke | 2,67 m | Neutral |
| P2 | Garagenvordach West · von unten an Vordach-Decke | 2,67 m | Neutral |
| P3 | Hausfassade · Stahlbetondecke EG-Stirnseite | 2,85 m | Hochpunkt ▲ |
| P4 | Mast · außerhalb Zaun · Kiesstreifen an Natursteinmauer | 1,75 m | Tiefpunkt ▼ Wasserablauf |
Wandhaken-Abstände (Mitte zu Mitte Augplatte)
| Seite | Tuchkante | Wandhaken-Abstand |
|---|---|---|
| P1 ↔ P2 (Garage) | 6,00 m | 6,76 m |
| P2 ↔ P3 (Garage ↔ Haus) | 5,00 m | 5,76 m |
| P3 ↔ P4 (Haus ↔ Mast) | 6,00 m | 6,76 m |
| P4 ↔ P1 (Mast ↔ Garage) | 5,00 m | 5,76 m |
| Diagonalen | 7,81 m | 8,88 m |
Verlängerung pro Ecke: 38 cm (Karabiner + Spannschloss in Mittelstellung). Spannweg ±37 mm pro Ecke verfügbar zum Nachjustieren.
Vordach-Überlappung P2 ↔ P3
Das Garagenvordach ragt 50 cm in den Hof. Wenn das Sonnensegel an P1 / P2 an der Vordach-Vorderkante befestigt ist, schließt es nahtlos ans Vordach an — null Lücke nach oben hin. Auf der Seite P2 ↔ P3 (zwischen Garagenvordach und Hausfassade) ist die Geometrie aber komplexer.
Die zentrale Frage: P3-Position relativ zum Vordach
Wenn du P2 von unten gegen die Vordach-Decke schraubst (Augplatte aufgeschraubt, Öse hängt nach unten), und P3 direkt an der Hausfassade, dann verläuft die Segel-Kante P2↔P3 zwischen diesen beiden Punkten. Der gemeinsame Schattenwurf ist lückenlos, weil:
- Vordach beschattet die Fläche direkt unter sich (50 cm Überstand)
- Segel beginnt geometrisch direkt unter dem Vordach (P2 liegt 3 cm unter der Vordach-Decke)
- → Keine Sonnenlücke zwischen den beiden Beschattungen
Was passiert bei flacher Sonne (Mittag im Süden)?
Mittags steht die Sonne im Süd-Süd-Westen (im Bild rechts-unten). Das Vordach wirft seinen Schatten Richtung Garage/Haus (im Bild nach links-oben). Da das Segel direkt unter der Vordach-Decke ansetzt, ist die Schattenüberlappung in dieser Richtung lückenlos.
Konkret in Zahlen
| Ebene | Höhe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Vordach-Unterkante (Beton 20 cm dick) | 2,70 m | aus Foto-Messung |
| Augplatte P2 (von unten verschraubt) | 2,70 m | direkt an Vordach |
| Öse-Mittelpunkt (Anschlagpunkt) | 2,67 m | 3 cm unter Vordach |
| Segel-Ecke nach Karabiner + Spannschloss | ~2,55 m | weitere ~12 cm Hardware-Kette |
Befestigungspunkte
Einbaudiagramme
Technische Schnittzeichnungen der drei Befestigungspunkte. Maßstab annähernd, aber alle Höhen und Dimensionen sind die tatsächlichen Werte aus der Planung.
P1 · P2 — Deckenmontage unterm Garagenvordach
Die Augplatte wird von unten in die Betondecke verschraubt. Der Karabiner hängt nach unten, danach folgt der Wantenspanner, der zur Segelecke führt. Wichtig: Bohrer nicht länger als 80–100 mm ins Deckenbeton (20 cm dick), damit nicht durchgebohrt wird.
P3 — Wandmontage durch WDVS ins Betonstirnsegment
Der Fischer Thermax-Distanzanker durchsticht zunächst das Wärmedämmverbundsystem (WDVS, 14 cm) ohne Kontakt zur Dämmung (selbstschneidender Konus schneidet sauberes Loch), und verankert sich mit Injektionsmörtel im dahinterliegenden Stahlbeton. Die Dämmung wird nicht belastet — Zug/Scherkräfte greifen ausschließlich im Beton.
P4 — Mast mit Bodenhülse und Fundament
Die V2A-Bodenhülse (0,75 m lang, im Pina-Mast-Set enthalten) wird senkrecht im Betonfundament einbetoniert — nur die Oberkante ist werkseitig 10° angeschrägt. Die Kerbe der Hülse muss vom Segel weg zeigen (bei dir Richtung Naturstein-Mauer/SW). Dadurch lehnt sich der eingesetzte Mast im unbelasteten Zustand ~22 cm vom Hof weg (an der Mastspitze gemessen). Sobald das Segel eingehängt und gespannt wird, zieht die Zugkraft den Mast wieder Richtung Hof — er richtet sich (näherungsweise) senkrecht. Die Segel-Last wirkt dann axial entlang der Mastachse statt als Biegemoment. Das ist die mechanische Funktion der 10° Schräge.
Montage-Ablauf
P3 Hausfassade (Thermax-System)
- Bohrloch anzeichnen auf 2,85 m Höhe — exakt dort, wo Beton hinter dem WDVS sitzt
- Bohren Ø 20 mm, Tiefe 220 mm (140 mm WDVS + 80 mm Beton)
- Fräsklinge aufsetzen, Konus bündig in WDVS einfräsen
- Bohrloch reinigen 3× ausblasen, 3× bürsten, 3× ausblasen
- Siebhülse einsetzen
- Mörtel injizieren ca. 7 Skalenteile
- Gewindestange mit Konus eindrehen, ~1 mm überstehen lassen
- Aushärten — Zeit laut Fischer-Datenblatt des Injektionsmörtels (abhängig von Temperatur)
- Multi MS in den Ringspalt rundum (Pflicht!)
- Augplatte montieren, Drehmoment
P1 & P2 Garagenvordach
- Positionen anzeichnen 35 cm seitlich vom Tor, symmetrisch
- Vordach-Unterkante markieren Augplatte 5 cm darunter
- Bohren nach Pina-Anleitung des Fixanker-Sets
- Bohrlöcher reinigen
- Anker setzen gemäß Anleitung
- Ankerplatten montieren
P4 Mast & Fundament
- Position außerhalb Zaun im Kiesstreifen anzeichnen
- Aushub 60 × 60 × 70 cm (ca. 0,25 m³ Erdaushub)
- Hülse einsetzen — senkrecht ausrichten, Kerbe vom Segel weg zeigen lassen (bei dir: Richtung Naturstein/SW). So lehnt der unbelastete Mast vom Hof weg und richtet sich erst durch die Segel-Zugkraft auf — Lasten dann axial im Mast statt als Biegemoment.
- Ausrichten mit Wasserwaage, Hülse senkrecht (die 10° Neigung macht nur die abgeschrägte Oberkante für den Mast), Hülsenkopf 5 cm über Boden
- Fixieren mit Latten bis Beton hart
- Beton C25/30 erdfeucht anmischen und lagenweise einfüllen, jede Lage verdichten
- Aushärten 24-48 h (bei kühlem Wetter länger, min. 5°C)
- Mast einsetzen Höhe per Flaschenzug auf 1,75 m (bei Regen auf 1,5 m absenken)
Segel einhängen
- Segel flach im Hof ausbreiten Ecken identifizieren
- An P1, P2, P3 Karabiner + Wantenspanner einhängen, locker
- Am Mast P4 in den Gleitschlitten einhängen
- Flaschenzug bedienen langsam hochziehen
- Wantenspanner an P1/P2/P3 gleichmäßig anziehen reihum
- Vorspannung am Mast Klemme sichern
- Nach 1-2 Tagen nachspannen (Tuch längt sich)
Offene Punkte
Vor der Bestellung
- Klopf-Test an P3-Position zur Verifikation der 14 cm Dämmstärke
- Vordach-Unterkante exakt vermessen für P1/P2-Höhe
- Mastposition außerhalb Zaun: passt der Kiesstreifen, sind 60×60×70 cm Aushub möglich?
- Tor-Öffnen mit P1/P2 35 cm seitlich testen
- Eigentumsverhältnis Kiesstreifen klären (Grundstücksgrenze?)
Bei Bestellung
- Pina Hardware-Set bei Amazon bestellen
- AXT Sonnensegel 5×6 m sand bestellen
- Beton + Kies im Baumarkt besorgen
- Fischer Multi MS bei Bedarf separat
Bei Montage
- Wetter-Fenster: 2-3 trockene Tage in Folge
- Mörtel nur bei ≥ 5°C verarbeiten
- Beton-Aushärtung min. 48 h vor erster Belastung
- Erste Segelspannung langsam, alle Punkte gleichmäßig
Betriebsregeln
Wann Segel abnehmen
- Windwarnung DWD gelb oder höher → abnehmen
- Gewitter-Vorhersage → abnehmen
- Längere Abwesenheit (Urlaub) → abnehmen
- Schneefall: HDPE läuft Wasser durch — Schneelast trotzdem kritisch → abnehmen
- Dauerregen ist bei HDPE egal — die Gäste werden trotzdem nass
Beim AXT-HDPE-Segel: Was du nicht erwarten darfst
- Spontaner Sommerschauer → Gäste werden nass
- Pflanzkübel unter dem Segel werden gleichmäßig gegossen
- Tisch kann nass werden, auch wenn das Segel oben "trocken aussieht"
- Funktional: reiner UV-/Hitzeschutz, kein Regenschutz
Pflege
- Nachspannen nach erster Saison (Tuch längt sich)
- Edelstahl-Politur 1× jährlich (Pina-Spray)
- Tuch-Reinigung lauwarmes Wasser, kein Hochdruckreiniger
- Winterlagerung trocken, gefaltet, kühl, dunkel
Schlüsseldaten zum Merken
| Bruchlast M10 Spannset (Pina) | 3.100 kg |
|---|---|
| Spannschloss-Auszug | 75 mm |
| Thermax-Bohrtiefe | 220 mm (Ø 20) |
| Mindest-Bohrerlänge | 250 mm |
| Fundament-Dimensionen P4 | 60 × 60 × 70 cm |
| Fundament-Volumen | 0,25 m³ |
| Betonbedarf (25 kg-Säcke) | ~20 Stück |
| Mast-Neigung (Hülsen-Oberkante) | 10° vom Segel weg |
| Aushärtezeit Beton P4 | 24-48 h |
Bruchlastwerte Thermax und Aushärtezeiten des Mörtels: siehe jeweiliges Fischer-Datenblatt (Artikel-ETA). Zugkräfte im Segel hängen stark von Wind und Segelvorspannung ab.
Einkaufsliste
Werkzeug-Check
- SDS-Plus Bohrhammer
- SDS-Plus Bohrer Ø 20 mm, min. 250 mm Arbeitslänge
- Auspresspistole für 290 ml & 300 ml Kartuschen
- Ausbläser / Luftpumpe für Bohrloch
- Wasserwaage (2 Libellen)
- Erdbohrer Ø ~200 mm (optional, spart Schaufeln)
- Maurerkelle + Mörteleimer
- Laserdistanzmesser für Endkontrolle